Krishnamurti Mond über Wiese

Warum meine Onlinekurse Selbstlernkurse sind

Ohne Gruppe, ohne Guru: Meine Onlinekurse sind bewusst Selbstlernkurse. Der Grund dafür hat viel mit Jiddu Krishnamurti zu tun und mit einem Satz, der ihm zugeschrieben wird:

„Die Fähigkeit zu beobachten, ohne zu bewerten, ist die höchste Form von Intelligenz.“

Beobachten ohne zu bewerten, genau darum geht es auch in meinen Kursen.

Doch Jiddu Krishnamurti hat noch mehr in mir bewegt. Und er hat viel damit zu tun, wie meine Kurse aufgebaut sind. Ich zeig mich fast nie in meinen Kursen, begleite sie überwiegend mit meiner Stimme. Das hat einen Grund, und der reicht bis 1929 zurück.

Wer war Jiddu Krishnamurti?

Jiddu Krishnamurti wurde 1895 in Indien geboren. Als Kind wurde er von der Theosophischen Gesellschaft entdeckt und zum kommenden „Weltlehrer“ erklärt, einer Art spiritueller Erlöserfigur, auf die viele Menschen gewartet hatten. Man gründete eigens eine Organisation für ihn, den „Order of the Star“, mit tausenden Anhängern weltweit, und bereitete ihn jahrelang auf diese Rolle vor.

1929 stand er vor seinen Anhängern und löste die Organisation auf. In seiner berühmten Rede sagte er: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land“. Kein Weg, keine Organisation, kein Lehrer kann jemanden dorthin führen. Jeder muss selbst schauen, selbst erkennen, selbst frei werden, ohne Autorität, auch nicht seine eigene.

Von da an lehnte er es zeitlebens ab, als Guru behandelt zu werden. Er sprach über Freiheit: von Autoritäten, von fremden Meinungen, von den Etiketten, die wir allem geben. Nicht als Lehrer, der Antworten verteilt, sondern als jemand, der dich einlädt, selbst hinzuschauen.

Ein paar Fakten, die weniger bekannt sind

Die Auflösung fand im August 1929 im niederländischen Ommen statt, vor rund 3.000 Anhängern. Das Schloss, das man ihm dort geschenkt hatte, gab er zurück. Später gründete er Schulen in Indien und England, führte lange Gespräche mit dem Physiker David Bohm über Bewusstsein und Zeit und reiste bis ins hohe Alter um die Welt. Er starb 1986 in Kalifornien.

Was das mit mir zu tun hat

Ich hab ihn in einer Zeit entdeckt, in der ich sehr allein war. Sein Buch „Das Licht in uns“ habe ich damals gelesen, und es begleitet mich bis heute. Krishnamurti hat mir nicht gesagt, was ich tun soll. Er hat mir gezeigt: Alleinsein bedeutet nicht, dass dir etwas fehlt. Die Fülle ist längst da, auch ohne dass jemand sie dir gibt oder ein Umfeld dich bestätigt.

Deshalb sind meine Kurse Selbstlernkurse. Keine Gruppe, kein Forum, keine Community, in der sich alles um mich als Person dreht. Oder um den Teilnehmer, der am meisten Redebedarf hat. Ohne dass Erna, Klaus und Norma dir ihre ganze Lebensgeschichte erzählen. 😉 Du gehst die Meditationen und Impulse in deinem eigenen Tempo, für dich. Nur dein Erleben zählt.

Und deshalb begleite ich dich überwiegend mit meiner Stimme und der Natur, nicht mit meinem Gesicht. Nicht aus Scheu, sondern bewusst: damit der Fokus auf dir bleibt, nicht auf mir. Sollte einmal eine Frage auftauchen, kannst du sie mir jederzeit per Email schreiben, ich antworte dir gern.

Ich begleite dich auf deinem Weg. Aber du brauchst weder meine Bestätigung noch den Stempel anderer Teilnehmer, um zu wissen, dass du es gut machst. Auch das ist schon Übung: dich unabhängig vom Außen zu machen. Dein Wert hängt nicht von der Meinung anderer ab. Denn du trägst schon alles in dir.

Wahlloses Gewahrsein

Krishnamurti nannte das, worum es ihm ging, „choiceless awareness“, wahlloses Gewahrsein. Wahrnehmen, was ist, ohne auszuwählen. Ohne festzuhalten, was angenehm ist, und ohne wegzuschieben, was stört. Sobald wir etwas „gut“ oder „schlecht“ nennen, schiebt sich ein Etikett zwischen uns und das, was wir gerade erleben.

Das klingt einfach und ist im Alltag erstaunlich schwer. Achte mal darauf, wie schnell es geht: „Das Wetter ist mies.“ „Der Kollege nervt.“ „Ich hab schon wieder zu wenig geschafft.“ Wir bewerten, bevor wir überhaupt hingeschaut haben.

Eine kleine Übung für dich

Setz dich für fünf Minuten bequem hin und beobachte, was auftaucht: Geräusche, Gedanken, Empfindungen im Körper. Jedes Mal, wenn du merkst, dass du bewertest, sag innerlich nur ein Wort: „Bewerten.“ Und kehr zurück zum Beobachten. Nicht, um das Bewerten loszuwerden, sondern um es zu sehen. Denn was du siehst, hat weniger Macht über dich.

Beobachten, ohne zu bewerten

Das kann dir niemand abnehmen. Aber du kannst es üben. „Nicht jede Welle braucht ein Etikett“, einfach.sein. Wenn du diesen Weg zu dir ausprobieren möchtest: Die Lichtung ist mein Einstieg für dich: Zur Lichtung